Besuch bei Herrn Klein (Obstplantage Buschdorf)

Zum Abschluss des Apfelprojekts besuchten wir noch Herrn Klein, den Seniorchef der Obstplantage Klein in Buschdorf. Der Annahof ist 1928 gebaut worden - Herr Klein ist dort geboren.

Herr Klein zeigte uns alte Bilder aus Buschdorf und von dem Annahof.

 

Damals gab es nur ungefähr 350 Einwohner, heute sind es über 4.500. Und es gab damals auch keine Teerstraßen - so konnte man leider in Buschdorf nicht Rollschuh fahren - aber man konnte z.B. Murmeln (Klicker) spielen. Dazu machte man ein Loch in den Boden und dann ging los - die Murmeln waren damals nicht aus Glas, sondern aus Ton. Man spielte damals auch Dill-Dopp, Höppekästen und vieles mehr. Die Spielregeln müssen wir uns von Herrn Klein mal in Ruhe erklären lassen.

In der Schule hat man nicht so viel gelernt - die richtigen Lehrer mussten in den Krieg und so gab es meistens nur Ersatzlehrer. Früher waren die Familien meistens größer und es halfen viele Leute bei der Ernte.

Heute werden ja meistens Maschinen eingesetzt. Auf dem Annahof gab es Pferde, Kühe, Schweine, Hühner, Katzen und einen Hund. Heute gibt es nur noch einen Hund und eine Katze - und jede Menge Äpfel - wo früher die Ställe für die Tiere waren, ist jetzt eine Lagerhalle für die Äpfel.

In den Kriegszeiten spielte man auch viele Kriegsspiele - die Kinder bauten Bunker und das Oberdorf kämpfte gegen das Unterdorf - Trennlinie war die Aegidienstraße; mit richtigen Steinen und mit Gurken, die dann platzten, wenn sie jemanden trafen.

Die Kinder mussten im Krieg auch Kartoffelkäfer suchen, das sind Insekten, die die Kartoffelernte vernichten. Es wurde nämlich erzählt, dass die Amerikaner vom Flugzeug aus Kartoffelkäfer abgeworfen haben, um die Ernte zu vernichten. Es wurden aber keine Kartoffelkäfer gefunden. Im Krieg waren auch Arbeiter aus Polen und Russland in Buschdorf und haben auch bei der Ernte geholfen. In Deutschland gab es ja nicht mehr viele Arbeiter, weil ja fast alle Männer im Krieg waren. Vor einigen Jahren ist noch mal ein Arbeiter aus Polen zu Herrn Klein gekommen. Er konnte sich noch gut an die Zeit im Krieg erinnern.

Herr Klein hat ihm für seine Arbeit auch ein schönes Geschenk gemacht.

Einen ganz traurigen Tag für Buschdorf gab es auch - bei einem Bombenangriff sind einige Buschdorfer ums Leben gekommen - ein Gedenkstein auf dem Buschdorfer Friedhof erinnert daran.

Früher gab es auch Kirmesmontag den "Köttzug". Da zogen einige Buschdorfer mit Musik durchs Dorf und es wurde "geköttet". Könnt ja mal Eure Eltern fragen, ob die wissen, was das ist.

Es war schon sehr interessant, was Herr Klein alles von früher erzählen konnte - Dankeschön - auch für den leckeren Apfel am Ende unseres Treffens.

M.H.